13 januari 2016

Friesland entdecken

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Der schöne Norden der Niederlande ist sehr abwechslungsreich und hat Ihnen vieles zu bieten. In den bezaubernden Städtchen und Dörfern finden sich noch viele Spuren einer ruhmreichen Vergangenheit und Kultur. Darüber hinaus besticht Friesland durch eine herrlich weite und abwechslungsreiche Landschaft, durchbrochen von Kanälen und Wasserflächen, die alles miteinander verbinden. So wundert es auch nicht, dass Friesland 2010 zu schönsten niederländischen Provinz ernannt wurde.

Friesland (auf friesisch Fryslân), ist eine der zwölf niederländischen Provinzen. Zu ihr gehören alle bewohnten westfriesischen Inseln mit Ausnahme von Texel. Friesland ist die zweitnördlichste niederländische Provinz, gelegen zwischen dem IJsselmeer im Westen und der Provinz Groningen im Osten. Die Hauptstadt ist Leeuwarden.

Mit 57.000 km2 Fläche ist Friesland die flächenmäßig größte Provinz der Niederlande und mit rund 645.00 Einwohnern (Bevölkerungsdichte: 112 Einw./km2) im nationalen Vergleich am geringsten besiedelt.

(Kurz-)Geschichte:

Eine frühe Kultur zu Beginn der Geschichte in Friesland entstand um 400 bis 200 vor Christus, mit Terpen (Halligen).Das älteste schriftliche Zeugnis vom Gebiet der Friesen stammt von dem Griechen Pytheas von Massilia, der um 325 v. Chr. das Gebiet der heutigen Deutschen Bucht und Mittelnorwegens bereiste.

Mit der Eroberung Galliens 53. v. Chr. durch Julius Caesar, erstreckten sich die Grenzen des Römischen Reiches bis an den Rhein. Dabei bildete der Rhein eine natürliche Landgrenze. Das Land nördlich davon blieb aber zunächst unter friesischer Herrschaft, stand aber später zu Zeiten der größten Ausdehnung des Römischen Reiches unter Kaiser Trajan (117 n. Chr.) auch unter römischer Herrschaft. Die Römer haben die Einwohner Frisii genannt.

Danach wird die Quellenlage zu den Friesen vom 4. bis 7. Jahrhundert sehr dünn.

Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass um 300 die Bevölkerung stark zurückgegangen war, allerdings um das Jahr 500 wieder sprunghaft anstieg. Hier wird vermutet, dass die Friesen um diese Zeit einen starken Zuzug aus den umliegenden angelsächsischen Stammesgruppen zu verzeichnen hatten.

Das Großfriesische Reich, das zwischen 650 und 734 seine größte Ausdehnung erreichte, ist auch unter dem lateinischen Namen Magna Frisia bekannt. Der Herrschaftsbereich der Friesen erstreckte sich in dieser Zeit über einen breiten Küstenstreifen an der Nordsee von Brügge, über das Rhein-Maas-Delta bis zur Weser. Das Kerngebiet befand sich zwischen dem heutigen IJsselmeer und der Ems. Während dieser Zeit kam es aber immer wieder zu Konflikten mit dem südlich gelegenen Frankenreich. Im Jahr 734 entsandte Karl Martell seine Truppen zur Schlacht an der Boorne, wo die friesischen Truppen vernichtend geschlagen wurden. Danach blieb den Friesen ein wesentlich verkleinerter Herrschaftsbereich, der mit der Zeit im immer größer werdenden Frankenreich aufging. Friesland kam zum Frankenreich und wurde christianisiert.

Im Laufe des Mittelalters wurde Friesland stückweise von den Grafen von Holland einverleibt. Nach einer Periode der Unabhängigkeit im 15. Jahrhundert kam Friesland wieder an Holland und unter die Herrschaft der Habsburger.

Zur eigentlichen Geburtsstunde der Niederlande kam es zu Ende des Achtzigjährigen Kriegs (1568-1648), als sich die Republik der sieben vereinigten Niederlande ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone erkämpfte. Genau am 15. Mai 1648 erkannte Spanien die Unabhängigkeit der nördlichen Niederlande im Westfälischen Frieden offiziell an.

Friesland hatte zu diesem Zeitpunkt einen relativ unabhängigen Status innerhalb der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen. Als eine der wenigen Provinzen am Meer hatte es eine eigene Admiralität von Friesland.

1795 wurde Friesland Teil der Batavischen Republik, 1806 des napoleonischen Königreichs Holland und 1810 des Französischen Kaiserreichs. Seit 1815 ist Friesland eine Provinz des neu errichteten Königreichs der Niederlande. Und mit dem Ende der belgischen Revolution (1830), als die Südlichen Niederlande ihre Unabhängigkeit ausriefen – und von da an den Namen Belgien trugen – hat die Niederlande, bestehend aus der früheren Republik der Sieben Vereinigten Provinzen die heutigen Grenzen erreicht.

Seit dem 1. Januar 1986 gliedern sich die Niederlande in zwölf Provinzen.

Wirtschaftliche Geschichte:

Friesland war aufgrund seiner nährstoffreichen Böden(Landwirtschaft) und seiner Nähe zur See (Fischfang und Handel) immer ein reiches Land, was die Begehrlichkeiten fremder Herrscher weckte.

In den Marschen baute man Gerste, Hafer, Bohnen und Raps an und züchtete Rinder, Pferde Ziegen und Schafe. Aus eng verwobener Wolle wurden Stoffe und Mäntel ein wichtiges Exportgut der Friesen. Bereits die Römer waren Kunden für friesische Wollmäntel.

Darüber hinaus lieferte der in der Nordsee fündige Bernstein als auch die Salzgewinnung ein wertvolles und wichtiges Handelsgut für die Wattbewohner. Dazu wurde salzhaltiger Torf getrocknet, verbrannt, das Restsalz gelöst und filtriert und die Sole mittels Torffeuern verdampft, wodurch das „friesische Salz“ gewonnen wurde, dass von der Römerzeit bis ans Ende des Mittelalters ein gefragtes und teures Handelsgut war. Später wurde es auch Grundlage für den Export von gesalzenem Hering.

Eine Grundvoraussetzung für den ausgedehnten Seehandel war der ausgezeichnete Schiffsbau der Friesen, der es ermöglichte, vielerorts an der Nordseeküste – und vor allem mit Jütland und Irland – Handel zu treiben. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte gewannen sie auch über die Zwischenstation Haithabu eine führende Stellung im Ostseehandel.

So partizipierten die Friesen auch an dem Aufschwung der Hanse (12. – 17. Jahrhundert) und hatten in der Blütezeit der Niederlande – dem sogenannten Goldenen Zeitalter(1650-1790) – die bei weitem größte Handelsflotte Europas aufgestellt mit mehr Schiffen als alle anderen Nationen zusammengenommen. Als „moedercommercie“, als Mutter der niederländischen Wirtschaft, galt der Handel mit dem Ostseeraum. Dabei transportierten die Niederländer baltisches Getreide, skandinavisches Holz und Aal nach England, Frankreich und Spanien und von dort wiederum Wein und Salz sowie Hering in die Länder des Baltikums. Nahezu konkurrenzlos waren die Niederländer, nachdem ein Schiffsbauer aus Hoorn 1595 die Fleute entwickelt hatte, ein Frachtschiff, das bei hoher Ladekapazität in Überseehäfen weniger besteuert wurde und dank seiner einfachen Segelkonstruktion mit einer kleineren Besatzung auskam.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu wirtschaftlicher Dominanz und Wohlstand war die Eroberung des internationalen Gewürzhandels in Südostasien, mit dem die niederländische Kolonisation begann und an der das ganze Land partizipierte.

Mit Ende des 18. Jahrhunderts begann der Niedergang des niederländischen Kolonialreiches und auch die Wirtschaft des Landes stagnierte immer mehr durch das Angebot ausländischer Konkurrenz, das die niederländischen Preise unterbot.

Auch der folgende Wandel von der Handelsnation Niederlande zur Industrienation am Ende des 19. Jahrhunderts blieb ohne nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung für die ländlichen Regionen der Niederlande.

Die Wirtschaft Friesland wurde wieder durch die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte und die Fischerei bestimmt. Modernere Schiffe und effizientere Fangtechniken führten zwischenzeitlich wieder zu guten Erträgen trotz schwindender Fischgründe. In dieser Zeit gehörte Lemmer zu den bedeutendsten Fischereihäfen der Niederlande.

Heute ist Friesland eine ländliche Region mit vielen Sehenswürdigkeiten einer glanzvollen Vergangenheit als Seehandelsnation. Der Fischfang in heimischen Gewässern spielt wirtschaftlich nur noch eine untergeordnete Bedeutung, doch nach wie vor ist er tief in der niederländischen Tradition verankert und die traditionellen Kutter und Plattbodenschiffe sind aus den kleinen Hafenorten nicht wegzudenken.

Der wirtschaftliche Motor der Region ist heute der Tourismus.

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